Besinnung
Wort des Monats Januar 2012
Gute Vorsätze – gute Taten
Zum Beginn eines neuen Jahres gehören, wie die guten Wünsche, immer wieder auch viele Vorsätze für die kommenden 365 Tage. Ja, die meisten von uns sehen im Jahreswechsel eine günstige Gelegenheit, das eigene Leben etwas umzukrempeln, alte Versäumnisse zu korrigieren oder neue Tugenden zu entdecken, und das ist auch gut so. Gemessen an den vielen Vorsätzen wird jedoch nur ein kleiner Teil davon in die Tat umgesetzt, nicht nur, weil der Wille zwar vorhanden wäre, das Fleisch aber schwach ist. Auch der Alltag hat uns schneller eingeholt, als uns lieb ist: wie bald sind doch die Vorsätze wieder vergessen oder wir merken, dass wir uns mit den gesteckten Zielen einfach überfordert haben. Kein Wunder, wenn nur ein kleiner Teil unserer Vorsätze den Monat Januar überlebt! Gute Absichten sind zwar lobenswert, was zählt, sind aber die Taten! Nehmen wir uns nicht zu viele oder zu hohe Ziele vor, damit wir den Mut nicht verlieren, diese aber mit Ausdauer und Freude erreichen. Wir können ohnehin nicht die ganze Welt verbessern, wenn wir aber in unserer unmittelbaren Umgebung jenes verwirklichen, das in unserer Macht steht, können wir bereits Grosses erreichen.
Auch die Heilsgeschichte Gottes ist eine Geschichte seiner Taten und seines Handelns an uns Menschen: von der Erschaffung der Welt über die Gründung seines auserwählten Volkes, von dessen Befreiung aus der Knechtschaft über die unzähligen Aufträge an die Propheten, dieses Volk vor dem Verderben zu bewahren und es wieder auf die Wege Gottes zu führen – kein einziger Schritt ist blosse Idee Gottes geblieben, sondern wurde immer wirksam und lebendig, indem die Absicht Gottes in die Tat umgesetzt wurde. Zuletzt ist Gott sogar selber Mensch geworden, auch dies ist nicht nur eine Idee geblieben. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14)
Die Menschwerdung Gottes
Möge uns die Menschwerdung Gottes bewegen, gute Taten nicht nur zu planen, sondern sie mit der Kraft und der Hilfe Gottes auch zu verwirklichen, nicht nur am Beginn des neuen Jahres, sondern ein ganzes Jahr, ja ein ganzes Leben lang. Dabei begleite Sie der dreifaltige Gott mit Seinem Segen.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Dezember 2011
Dezember – das letzte Monatsblatt im Kalender hängt an der Wand. Noch ein Monat, und dann ist das Jahr 2011 schon Vergangenheit. Dezember – das tönt nach Aufräumen, Reinemachen, Abschluss, Abschied oder Vollendung. Im alten römischen Mondkalender mit 354 Tagen war er noch der zehnte Monat, daher „decem“, zehn. Im Jahre 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn um zwei Monate nach vorne verschoben, der Dezember verlor seinen (zehnten) Platz, behielt aber den Namen.
Doch vor dem Ausklang am 31. Dezember können wir uns auf einen äusserst aktiven Monat mit einem vollen Programm einstellen: Es ist zuerst einmal Adventszeit, die Zeit unserer Vorbereitung auf die Menschwerdung Gottes, dann feiern wir aber auch einige wichtige Feste und bekannte Heilige: z.B. den hl. Nikolaus, Bischof von Myra (6.12.), das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria (8.12.), das Hochfest der Geburt des Herrn (25.12.), den hl. Stephanus, erster Märtyrer (26.12.), den hl. Johannes, Apostel und Evangelist (27.12.), das Fest der Unschuldigen Kinder (28.12.), das Fest der Heiligen Familie (30.12.) und den hl. Sylvester (31.12.). Der Dezember ist also im liturgischen Kalender ein wahres Schwergewicht, reich befrachtet mit Hochfesten, Festen und Gedenktagen, mit Zeiten der Stille und der Besinnung und zuletzt noch mit einem Abschied vom Jahr 2011, wo uns vielleicht wieder bewusst wird, wie kostbar, vergänglich und unwiederbringlich unsere Zeit ist.
Giovanni Gadenz, Diakon
Der du die Zeit in Händen hast
1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.
3. Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht:
Nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.
4. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist.
Du aber bleibest, der du bist,
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch deinen Zorn,
und doch strömt deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.
5. Und diese Gaben, Herr, allein
lass Wert und Mass der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt;
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor dich dringen.
6. Der du allein der Ewge heisst
und Anfang, Ziel und Mitte weisst
im Fluge unsrer Zeiten:
bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
Text: Jochen Klepper, 1938
KG-Lied 355
Wort des Monats November 2011
Der November ist ein eher grauer, verschleierter Monat. Nebel soweit das Auge reicht. Manchmal vom Morgen bis am Nachmittag oder sogar bis am Abend. Viele Menschen sind schlechter gelaunt als sonst, deprimiert, gestresst. Der Nebel umschleiert ihr Gemüt.
Das ist eigentlich sehr schade. Denn der Herbst hat auch sein Schönes. Die vielen wunderschön gefärbten Blätter an den Bäumen und auf dem Boden. Man muss sich einfach die Farbtupfer selber geben.
Man könnte diesen Monat speziell als „Seelenwärmer“ erküren. Nehmen wir uns doch im November einmal mehr ganz bewusst Zeit um zum Beispiel bei Kerzenlicht Musik zu hören, ein Buch zu lesen das schon lange auf dem Nachttisch liegt, sich wieder mal ein Entspannungsbad zu gönnen oder bei einem guttuenden Anlass dabei zu sein. Ein Konzert zu besuchen, ein feines Abendessen geniessen, einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen, in der Kirche eine Kerze anzünden, innehalten und sich Gott nahe fühlen.
Es gibt bestimmt noch mehr Ideen.
Toll ist es auch, wenn man Zeit mit Menschen verbringt, die man mag. Sei es mit der Familie, mit Freunden, in einem Verein, in einer Gruppierung oder in einem Club, oder war da nicht gar ein Besuch der längst schon fällig war? Jetzt wäre doch der richtig Augenblick um genau diesem Menschen mit unserem Besuch Licht und Freude in den Novembertag zu bringen.
Auch bei uns in der Kirche gibt es viele tolle Angebote. Schauen Sie mal, ob etwas für Sie dabei ist!
Der Jugendchor sucht als Verstärkung für Weihnachten singfreudige Menschen bis 50 Jahre. Vielleicht wäre das was für Sie? Singen ist gut für die Seele und den Geist und erfreut das Gemüt.
Auch der Kirchenchor startet für Weihnachten ein Projekt. Wer gerne bei der Christkindelmesse von Ignaz Reimann dabei sein möchte, darf gerne zu den Proben stossen. Auch hier freuen sich alle über Zuwachs.
Claudia Anliker
Wort des Monats Oktober 2011
Auf gleicher Augenhöhe
Franziskus war ein faszinierender Mensch, der vor mehr als 800 Jahren gelebt hat. Bereits 16 Jahre nach seiner „Neuorientierung“ folgten ihm fast 5000 Brüder und Schwestern, welche versuchten so zu leben wie er. Auch heute noch folgen tausende von Menschen den Spuren die er hinterlassen hat. Was ist wohl der Grund für seinen Erfolg?
Franziskus erkannte, dass alle Geschöpfe, Menschen, Tiere, Pflanzen den einen und selben Vater haben, Gott. Dieser liebt die ganze Schöpfung ob reich, arm, krank oder gesund. Franziskus kannte keine Grenzen vor Kulturen und Religionen. Alle Menschen auf „gleicher Augenhöhe“ zu sehen egal ob Bettler, König, Jung oder Alt zeigte sich in seiner Persönlichkeit und seinem Handeln auf markante Weise.
In seiner Spiritualität steht Gott väterlich und erhaben über dem Weltgeschehen und der ganzen Schöpfung. Brüderlich ist er mitten unter den Menschen durch Christus. Durch die göttliche Kraft und Liebe werden Menschen verschiedener Religionen inspiriert.
Adolf Holl schreibt in seinem Buch über Franziskus „der letzte Christ“ anregende Gedanken zur Haltung der Kirche gegenüber den Randständigen:
Fast fünfhundert Jahre lang, von Gregor VII. bis zu Martin Luther, sprachen viele Päpste, Einsiedler, Theologen von einer Reform der Kirche. Hinter diesen Parolen standen verschiedene Interessen. In Wirklichkeit aber, brachten sie „den armen Teufeln“, ausser schönen Worten, weiterhin nur die knapp zweitausend Kalorien pro Tag, aus Hirsebrei und Bohnensuppe bestehend. Viele schöne Worte wurden gesprochen, die Konsequenzen blieben aber oft aus.
Holl kann uns mit seinen Aussagen nachdenklich stimmen. Hat sich bis heute eigentlich etwas geändert?
Franziskus machte nicht grosse Worte, sondern versuchte, das Evangelium in Taten umzusetzen. Er brachte ein „Rad zum Rollen“ das auch heute noch in Bewegung bleiben will. Helfen wir mit?
Paul Füglistaler
Wort des Monats September 2011
Gedanke zu unserem Agapefest
am 10. September
September– Spätsommertage, reicher Fruchtschmuck in den Gärten, der nächste Urlaub vielleicht zum Greifen nahe.
Gott schenkt uns ein Leben in Fülle – manchmal hinter Wolken versteckt. Wir wollen doch teilen und empfangen was wir haben.
Was wir Menschen schaffen und bewirken ist in vielen Bereichen hilfreich und so auch gut. Menschliches Mühen ist bisweilen ein Segen und es würde manches fehlen, wenn wir nicht unsere Gaben einbringen würden. Was wir tun können, hat einen Grund und ein Fundament: den Schöpfer und seine Liebe. Der Mensch und die Schöpfung leben und wirken nicht aus sich selbst heraus. Diesen Gedanken greift Paulus in seinen Worten auf, wenn er schreibt, dass alles durch Christus und auf ihn hin geschaffen ist (Kol 1,16). Nichts ist davon ausgenommen.
Alles trägt Gott in seiner Liebe. Dieses Wort ist zunächst ein Wort an mich. Es ist geschrieben und verkündet zur Stärkung und zur Ermutigung, um daraus Lebensbejahung und Lebensfreude zu schöpfen. Und weil ich dieses Wort höre und dieser Botschaft glaube, sehe ich die ganze Welt mit Gottes Augen. Wo immer dieser Perspektivenwechsel mein Leben bestimmt, verändert sich meine Beziehung zu den Menschen. Und es kann in meinem Umgang mit der Welt etwas von der Versöhnung aufleuchten, die allen in Christus geschenkt ist.
Ein Segensgebet noch: Der fürsorgliche Gott sei euch nahe. Er sende euch ehrliche Wegbegleiter, die ihr Herz sprechen lassen. Er öffne eure Augen für die Menschen am Rande, denn nur in Gemeinschaft können sich Begabungen als Geschenke Gottes entfalten und ergänzen. Amen
Ihr Donsy Adichiyil, Pfarradministrator
Wort des Monats August 2011
Blitz und Donner, Sturm und Hagel
Sommerzeit ist Gewitterzeit. Wenn die Hitze schier unerträglich wird und die hohe Luftfeuchtigkeit uns zu schaffen macht, dann türmen sich am Himmel schon die ersten Gewitterwolken in die Höhe und wir spüren es förmlich: da braut sich etwas zusammen! Und wenn sich dann die ganze Spannung tatsächlich entlädt, dann können wir oft nur hoffen und beten, dass dabei keine grösseren Schäden entstehen und keine Menschen dem Unwetter zum Opfer fallen. Wir wissen: Blitze schlagen in Bäumen und Häusern ein oder treffen Menschen und Tiere, Stürme reissen Hausdächer weg und knicken Bäume oder gar ganze Wälder, Hagelschläge verhacken Rebberge und Pflanzungen und Wolkenbrüche verursachen Ueberschwemmungen, Erdrutsche und damit auch Unterbrüche von Verkehrsverbindungen. Die Schäden sind meist enorm und die Menschen kommen sich klein und hilflos vor, denn diesen Naturgewalten sind wir meist ausgeliefert – unsere Schutzmassnahmen können die Folgen nur bedingt lindern oder sind gar wirkungslos. Oft reden wir bereits von Glück, wenn im ganzen Unglück keine Menschenleben zu beklagen sind.
Im Mittelalter zog man einem herannahenden Unwetter mit Glockengeläut und Gebet entgegen und segnete die Wetterwolke mit einer Kreuzpartikel, einer Reliquie oder mit dem Allerheiligsten. Aus diesem besonderen Wettersegen entwickelte sich ein allgemeiner Wettersegen, der von Kreuzauffindung (3. Mai) bis Kreuzerhöhung (14. September) nach der täglichen Messfeier erbittet wurde.
Weil dabei eine grosse Gefahr von Missverständnissen bestand, wurde der Brauch von Theologen und Bischöfen vielfach bekämpft.
Doch das Anliegen des Volkes, um Bewahrung vor Wetterschaden zu beten, bleibt berechtigt. Heute wird oft in den Fürbitten eine entsprechende Intention aufgenommen oder am Schluss der Messfeier in der Zeit vom 25. April bis zum 14. September anstelle des Schlusssegens ein Wettersegen erteilt. Daheim kann man bei aufziehendem Unwetter eine besondere Wetterkerze entzünden, Palmzweige oder Holzscheite bzw. Holzkohle aus dem Osterfeuer verbrennen.
Feierlicher Wettersegen
Gott, der allmächtige Vater, segne euch und schenke euch gedeihliches Wetter: er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von euch fern.
Er segne die Felder, die Gärten und den Wald und schenke euch die Früchte der Erde.
Er begleite eure Arbeit, damit ihr in Dankbarkeit und Freude gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist.
Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Juli 2011
Das Licht der Welt
In diesen Wochen geniessen wir die längsten Tage des Jahres. Am Morgen, wenn wir aufstehen, ist es schon hell und auch die Abendstunden laden uns noch lange ein, draussen zu verweilen. Dazwischen scheint während vielen Stunden die Sonne, spendet uns Energie und Wärme, Licht und Leben. Das haben wir gerne, wir freuen uns an der Sommerzeit und schätzen diese langen Tage, die es uns erlauben, so viel Licht zu tanken und die Natur intensiv zu erleben.
Gerade die „Randstunden“ mit den ersten Sonnenstrahlen am Morgen oder ein Sonnenuntergang am Abend sind für mich immer wieder ganz besondere, meditative Momente. Ein Sonnenaufgang oder eine erste Morgenröte führt mich jeweils an den Anfang der Schöpfungsgeschichte: „Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis, und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.“ (Gen 1,3-5) Wenn abends die Sonne in feurigen Farben am Horizont versinkt, etwa hinter einer Bergkette oder vielleicht ins Meer, weiss ich, dass sie nun weiter wandert und während der Nacht anderen Menschen leuchtet, um mir am nächsten Morgen einen neuen Tag zu erhellen.
Und all diese Bilder erinnern mich, dass Jesus Christus das wahre Licht der Welt ist, das uns in der Taufe erleuchtet hat. „Empfange das Licht Christi.“ – mit diesen Worten übergibt der Taufspender dem getauften Kind oder seinen Eltern die brennende Taufkerze und fährt fort: „Liebe Eltern und Paten, Ihnen wird dieses Licht anvertraut. Christus, das Licht der Welt, hat Ihr Kind erleuchtet. Es soll als Kind des Lichtes leben, sich im Glauben bewähren und dem Herrn mit allen Heiligen entgegengehen, wenn er kommt in Herrlichkeit.“. Dies ist also der Auftrag an uns, an jede Christin, an jeden Christen: an allen Tagen unseres Lebens das Licht der Welt zu sein, getreu den Worten Jesu: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14)
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Juni 2011
Grund zum feiern!
Dieses Jahr findet das Pfarreifest am Samstag, 25. Juni 2011 statt. Die Jugend durfte Ideen, Wünsche und Vorschläge einbringen. Die LeiterInnen der Schönstatt Gruppe haben diesen Anlass genutzt und feiern am Pfarreifest 15 Jahre Schönstatt Gruppe!! Wir hoffen, dass wir mit einem abwechslungsreichen Programm ein schönes und unvergessliches Fest feiern können. Dazu laden wir alle Pfarreiangehörigen ganz herzlich ein!
„Weisch no?“
Vor 15 Jahren haben Pfarrer Fugel und Philipp Wirth die Schönstatt Jugendgruppe gegründet. In diesen Jahren kamen sehr viele Mädchen und Buben in unsere Gruppenstunden, Sommerlager, Pfingst- und Adventsweekend, Thementage und vielem mehr…
Wir haben einiges zusammen unternommen und erlebt. Sei es in den Gruppenstunden mit den Kindern oder als Leitungsteam.
Ich erinnere mich an das gemeinsame Spielen: „Isch d Fläsche offe oder zue?“, das Spiel der freundlichen Leute, Bohnechlopfe, die Zugfahrten mit Phippu und seiner Gitarre: „Jitz chunt s Wägeli, jetz chunt s Wägli, Kafi, Sandwich, Bier, Minerau,……“, an die grosse Leitersitzung in Luzern, als uns wortwörtlich die Decke auf den Kopf fiel. An den Bildstock aus Schnee, das Iglu und das Tipizelt im Pfarrgarten und vieles mehr. Bestimmt hat jeder seine ganz eigenen Erinnerungen und muss ab und zu schmunzeln, wenn er an gewisse Erlebnisse zurück denkt!
Es freut mich enorm, dass die Schönstatt Gruppe, mit kleinen Veränderungen, seit 15 Jahren besteht. Hätte jemand gedacht, dass wir ein solches Jubiläum feiern können?
Zum Schluss danke ich allen Kindern und Jugendlichen, die in die Gruppe kamen und kommen, dass sie immer wieder einen spannenden Nachmittag erleben wollten und wollen, den Eltern für ihr Vertrauen in uns LeiterInnen, den LeiterInnen für ihre Zeit und ihr freiwilliges Engagement, das sie seit Jahren leisten. Ohne euch alle gäbe es kein grosses Fest!
Auf weitere spannende, erlebnisreiche und schöne Jahre!
Claudia Anliker, Leiterin Schönstatt - Gruppe
Wort des Monats Juni 2011
An frischen Quellen
Dieser Frühling war bisher arm an Niederschlägen, die Felder sind trocken, die Wasserstände in den Flüssen sind tief und die Menschen sehnen sich nach Regen. Ohne Wasser wachsen keine Pflanzen, ohne Wasser dürsten Menschen und Tiere. In höheren Lagen ist die Situation noch nicht derart problematisch, denn dank der Schneeschmelze fliesst in den Bächen gegenwärtig reichlich Wasser und aus den Quellen sprudelt das kostbare Nass munter hervor.
Wer je einmal auf einer Wanderung oder gar in der Wüste durstig war, weiss, wie willkommen, wie unbezahlbar und wie lebenswichtig so eine sprudelnde Quelle ist. Auf viele sonst nützliche Dinge des Alltags verzichten wir dann gerne, manchen Ballast lassen wir ohnehin in der Zivilisation zurück und wenn es nicht anders ginge, würden wir es einige Tage mit wenig oder sogar ohne Nahrung aushalten. Aber ohne Wasser? Undenkbar!
Unweigerlich muss ich dann an den Anfang von Psalm 42 oder an das bekannte Psalmlied mit den ähnlichen Worten denken:
„Wie der Hirsch nach frischer Quelle
schreit mit lechzender Begier,
also schreit auch meine Seele
voll Verlangen, Gott, nach dir.
Nur nach dir, lebend´ger Gott,
dürstet sie in ihrer Not.
Ach, wann wird es doch geschehen,
dass ich kann dein Antlitz sehen?“
Ja, dieser Vergleich ist in keiner Weise abwegig, denn ohne eine Gottesbeziehung, ohne eine beständige Verbindung zu Gott trocknen wir längerfristig aus. Im Alten Testament werden die Quellen und deren Schöpfer immer wieder gepriesen, wenn sie aber versiegen und austrocknen, wird Unheil und Verderben befürchtet. Quellen sind auch Orte besonderer Begegnungen, wie etwa die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4,1-26). Hier offenbart sich Jesus selber als das „lebendige Wasser“ und verspricht: „…wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (V 14) Wir haben vor wenigen Wochen Ostern gefeiert, das Hochfest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus; am 8. Mai feiern wir in unserer Pfarrei Erstkommunion, und fünfzig Tage nach Ostern, an Pfingsten, feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes und dazwischen dürfen wir immer wieder miteinander Gottesdienst feiern – das Kirchenjahr will uns also regelmässig zu den „frischen Quellen“ hinführen. Es liegt an uns, daraus zu trinken, damit wir auch im Glauben nicht verdursten, damit unsere Gottesbeziehung nicht austrocknet.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Mai 2011
An frischen Quellen
Dieser Frühling war bisher arm an Niederschlägen, die Felder sind trocken, die Wasserstände in den Flüssen sind tief und die Menschen sehnen sich nach Regen. Ohne Wasser wachsen keine Pflanzen, ohne Wasser dürsten Menschen und Tiere. In höheren Lagen ist die Situation noch nicht derart problematisch, denn dank der Schneeschmelze fliesst in den Bächen gegenwärtig reichlich Wasser und aus den Quellen sprudelt das kostbare Nass munter hervor.
Wer je einmal auf einer Wanderung oder gar in der Wüste durstig war, weiss, wie willkommen, wie unbezahlbar und wie lebenswichtig so eine sprudelnde Quelle ist. Auf viele sonst nützliche Dinge des Alltags verzichten wir dann gerne, manchen Ballast lassen wir ohnehin in der Zivilisation zurück und wenn es nicht anders ginge, würden wir es einige Tage mit wenig oder sogar ohne Nahrung aushalten. Aber ohne Wasser? Undenkbar!
Unweigerlich muss ich dann an den Anfang von Psalm 42 oder an das bekannte Psalmlied mit den ähnlichen Worten denken:
„Wie der Hirsch nach frischer Quelle
schreit mit lechzender Begier,
also schreit auch meine Seele
voll Verlangen, Gott, nach dir.
Nur nach dir, lebend´ger Gott,
dürstet sie in ihrer Not.
Ach, wann wird es doch geschehen,
dass ich kann dein Antlitz sehen?“
Ja, dieser Vergleich ist in keiner Weise abwegig, denn ohne eine Gottesbeziehung, ohne eine beständige Verbindung zu Gott trocknen wir längerfristig aus. Im Alten Testament werden die Quellen und deren Schöpfer immer wieder gepriesen, wenn sie aber versiegen und austrocknen, wird Unheil und Verderben befürchtet. Quellen sind auch Orte besonderer Begegnungen, wie etwa die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4,1-26). Hier offenbart sich Jesus selber als das „lebendige Wasser“ und verspricht: „…wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (V 14) Wir haben vor wenigen Wochen Ostern gefeiert, das Hochfest der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus; am 8. Mai feiern wir in unserer Pfarrei Erstkommunion, und fünfzig Tage nach Ostern, an Pfingsten, feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes und dazwischen dürfen wir immer wieder miteinander Gottesdienst feiern – das Kirchenjahr will uns also regelmässig zu den „frischen Quellen“ hinführen. Es liegt an uns, daraus zu trinken, damit wir auch im Glauben nicht verdursten, damit unsere Gottesbeziehung nicht austrocknet.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des 2011 Monats April
Wer’s nicht glaubt, zahlt einen Taler!
Mit diesem Satz endet manches Märchen, und am ersten Tag des Monats April ist es durchaus angebracht, etwas mehr Vorsicht als sonst während des Jahres im Umgang mit unseren Mitmenschen walten zu lassen und nicht jede Aussage, jeden Wunsch oder Auftrag für bare Münze zu nehmen. Allzu leicht möchten sie uns „in den April“ schicken und wir hätten nachher noch den Spott zu tragen. Auch die Medien versuchen, ihre Abonnenten und Leserinnen ins Bockshorn zu jagen, um sich am folgenden Tag für diesen Scherz zu entschuldigen. Darum: hütet euch am 1. April! Denn bei den Aprilscherzen geht es zwar nicht um Leben oder Tod, aber wenn wir leichtgläubig in die Falle tappen, ärgern wir uns selber am meisten.
Ein ganz solides Vertrauen verdient dagegen die Heilige Schrift. Die Frohbotschaft vom Reich Gottes setzt alles daran, dass unser Leben gelingt und dass alle Menschen sich eines Lebens in Fülle erfreuen können. Wie ernst es Jesus damit meint, vernehmen wir in den
Evangelien. „Dein Glaube hat dir geholfen.“ – „Dein Glaube ist gross.“ – „…weil du geglaubt hast...“ mit diesen Worten begründet Jesus die Heilung von Kranken, Blinden, Lahmen und die Befreiung Besessener von den Dämonen. Und als die Jünger den Herrn bitten: „Stärke unseren Glauben!“ antwortet ihnen Jesus: „Wenn euer Glaube auch nur so gross wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer! und er würde euch gehorchen.“ (Lk 17,5-6) Damit verlangt Jesus von seinen Jüngern eine harte Arbeit, nämlich zu glauben, was mit dem Verstand nicht zu erfassen ist. Auch die Auferstehung unseres Herrn und Erlösers am Ostermorgen, sein Hinübergehen vom Tod zum Leben, kann nur vom Glauben her verstanden werden. Doch unser Glaube an Jesus Christus kostet uns keinen Taler und unser Gewinn aus dem Glauben an die Worte und Taten Jesu ist unbezahlbar: mit keinem anderen Gut auf Erden könnten wir uns die Nachfolge Jesu und das Reich Gottes erkaufen.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats März 2011
Fasching (Fastnacht?) - Carne vale - Fastenzeit
Liebe MitchristInnen,
Die Karnevalszeit geht ihrem Höhepunkt zu. Und an vielen Orten wird gesungen und gelacht. Wir haben viel Spass und Freude in diesen Tagen. Überall gibt es gute Stimmung, Menschen feiern, alt und jung, arm und reich. Eigentlich eine Vorbereitung auf die Vorbereitungszeit zu unserem höchsten christlichen Fest: Ostern.
Karnevalszeit hat auch die Verbindungen zu den Frühlingsfesten, die in den verschiedenen deutschsprachigen Räumen gefeiert wurden. Man hat sich als Dämon und Geist gekleidet und von den Städten und Dörfern in großen Festlichkeiten die Wintergeister vertrieben. In späteren Zeiten begannen auch die Umzüge und die Trink-, Tanz- und Essfeste. Natürlich, das Fleisch war ein wesentliches Feierlichkeitsessen, und kurz vor dem Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch hat man noch richtig gegessen und getrunken. So wird das Narrenfest groß gefeiert. Dann aber sagen wir Adieu zum Fleisch - Carne Vale (Abschied vom Fleisch, oder: Fleisch, lebe wohl).
Dann plötzlich ist Fastenzeit. Die Zeit für Ruhe, Gebet, Reue, Buße und Umkehr – und neue Hoffnung. Eine besinnliche und wesentliche Zeitwende zur Vorbereitung auf unser Glaubensfest der Auferstehung Christi. Es ist eine Zeit der Hoffnung und Zuversicht, die nicht von dieser Welt ist, die mehr ist als oberflächlicher Spaß. Die Auferstehung braucht aber eine Anstrengung für uns selbst: die Umkehr.
Umkehr: Das heißt nicht einfach „vierzig Tage ohne“, beispielsweise ohne Schokolade, Alkohol, Zigaretten oder Fernsehen. Umkehr meint mehr: den Verzicht auf beschönigende Selbstbespiegelung oder falsche Selbstüberheblichkeit. Wir fühlen uns oft im Recht – und sind doch blind vor Wut. Wir halten uns für fehlerlos – und sich doch blind vor Eifersucht. Solche Situationen zu durchschauen und dem schonungslosen Blick auf uns selbst nicht auszuweichen, ist eine große Herausforderung, jedes Jahr neu. Gelingen wird uns dieser Weg der Umkehr nur mit Gottes Hilfe.
Donsy Adichiyil, Pfarradministrator
Das Wort der Woche / erschienen in "D'REGION"
Verwurzelt
Die Wurzel ist jener Teil der Pflanze, der uns meist verborgen bleibt, weil die Wurzel im Boden steckt. Dort erfüllt sie zwei für die Pflanze lebenswichtige Aufgaben: Sie versorgt alle Teile der Pflanze mit Wasser und Nährstoffen, die sie dem Boden entzieht, und sie gibt der Pflanze festen Halt, bildet sozusagen ihr Fundament. Dadurch bindet die Wurzel die Pflanze an einen bestimmten Ort, die Pflanze bleibt also, wenn sie nicht von Menschen verpflanzt wird, meistens während ihrer ganzen Lebensdauer an jener Stelle, wo sie einmal ihre Wurzeln geschlagen hat. Die Verwurzelung hat auch viele Gemeinsamkeiten mit den Begriffen wie Beständigkeit, Heimat, Bodenständigkeit, Verlässlichkeit, Treue. Ein bestimmter Baum wird Generationen von Menschen überleben, und ich werde ihn immer an der gleichen Stelle wiederfinden.
Bei den Tieren und im Besonderen bei den Menschen ist diese Stabilität nicht gegeben. Durch ihre Bewegungsfreiheit wechseln sie den Standort und den Lebensraum nach Belieben, manchmal innerhalb eines enger umgrenzten Gebietes, häufig aber auch über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Und doch kann man bei ihnen oft von einer „Verwurzelung“ sprechen, wenn es sie immer wieder an einen bestimmten Ort zurückzieht. Solche Orte, an denen wir uns verwurzelt fühlen, können mit Kindheitserinnerungen, mit besonderen Begegnungen oder mit wichtigen Ereignissen in Zusammenhang stehen. Im übertragenen Sinne können wir uns auch bei Menschen, etwa in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde oder in einem Verein, bei Gleichgesinnten oder in einer Glaubensgemeinschaft verwurzelt fühlen.
Gerade die Verwurzelung in einer Glaubensgemeinschaft, in der Kirche, kann in vielen Lebenssituationen ausserordentlich wichtig sein. Wenn ich selber in Christus verwurzelt bin, kann ich in guten Zeiten ein Zeuge des Glaubens, eine Quelle der Hoffnung und ein Zeichen der Solidarität und Liebe für andere sein. Und in schlechten Tagen darf ich darauf vertrauen, dass meine Glaubensschwestern und –brüder mich ebenso unterstützen werden. Bereits der Apostel Paulus hat im Kolosserbrief seine Gemeinde ermahnt. „Ihr habt Christus Jesus als Herrn angenommen. Darum lebt auch in ihm! Bleibt in ihm verwurzelt und auf ihn gegründet, und haltet an dem Glauben fest, in dem ihr unterrichtet wurdet. Hört nicht auf zu danken!“ (Kol. 2. 6-7)
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Februar 2011
Gesetze, Gebote und Verbote bestimmen unser Leben. Was immer wir tun oder lassen, wo immer wir uns bewegen oder stehen – wir werden von Vorschriften und Bestimmungen gelenkt, oft auch eingeschränkt, aber wir vertrauen auch, dass mit ihnen unsere Freiheiten umschrieben und garantiert werden. Bundesverfassung, Zivilgesetzbuch, Strafgesetzbuch, Obligationenrecht, Strassenverkehrsgesetz, Militärgesetz sind nur einige wenige Beispiele in einem wahren Dschungel von Gesetzen. Wer nicht selber Jurist ist, wird kaum noch einen Ueberblick über alle Gesetze haben. Sogar die Kirche hat all ihre Bereiche in einem Gesetz, dem CIC (Codes Iuris Canonici) mit 1752 Artikeln geordnet.
Zehn Gebote hat Gott den Israeliten am Gottesberg durch Mose gegeben, und zwar als Bundesurkunde und als Weisungen, auf Steintafeln verewigt, damit jenes Volk, das der Herr aus dem Sklavenhaus Aegypten herausgeführt hatte, in Freiheit lebe. Darum ist der Alltag im Judentum durch und durch geprägt vom Gesetz Gottes, auch die Gebete (Psalmen) weisen immer wieder darauf hin, z.B. die folgenden Stellen:
- Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, den Unwissenden macht es weise.
(Ps 19,8) - Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend. (Ps 119,92)
- Mein Herz ist bereit, dein Gesetz zu erfüllen bis ans Ende und ewig.
(Ps 119,112)
Besonders die Schriftgelehrten und Pharisäer waren bestrebt, das Gesetz in allen Teilen peinlich genau einzuhalten. Jesus stellt in der Bergpredigt klar, dass er keinen Buchstaben des Gesetzes aufheben will. Im Gegenteil: Jesus fordert eine noch grössere Gerechtigkeit als jene der Schriftgelehrten und Pharisäer, um in das Himmelreich zu kommen. „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: … - Ich aber sage euch: …“ und jedes Mal verschärft Jesus die Aussage des Gesetzes. Darum gilt für alle, die in der Nachfolge Jesu Christi stehen, für alle Christinnen und Christen: Für die Erfüllung des Gesetzes genügt nicht die rein äusserliche Tat; auf die innere Haltung, auf das Herz, kommt es an. Wie? Dies erfahren wir in den Sonntagsevangelien im Monat Februar, wenn uns die Bergpredigt abschnittweise verkündet wird.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Januar 2011
Durch ihn und auf ihn hin ist alles erschaffen (Kol.1,16)
„alles“: alles im Himmel und auf Erden – das Sichtbare und das Unsichtbare.
Alles Erschaffene ist in ihm - zu einem Leib verbunden, zu einem organischen Ganzen komponiert und lebendig.
Jesus ist das Haupt der Schöpfung – aber das will natürlich nicht heißen, dass wir Geschöpfe alle kopflos und nur Glieder seien!
Wir haben schon alle auch unseren eigenen Kopf – denn sonst – ohne Kopf, ohne Hirn – fänden ja Seine Impulse unsererseits keinen adäquaten Empfang! - Und ohne die wenigstens rudimentäre Anlage aller anderen Glieder auch in uns – wie sollten wir uns denn wechselseitig ineinander einfühlen können?!
Eines gilt freilich: Jedes Geschöpf ist insofern ein unaustauschbares Glied am mystischen Leib, als es für spezielle Sendungen auch ganz spezielle Begabungen hat!
„Empathie“ – Mitfühlen-Können ist eine Grundbegabung in allen Geschöpfen – nicht nur in den Menschen – wirklich in der ganzen Kreatur! Empathie hält den Blutkreislauf unter uns im Fluss.
Was allerdings heute geradezu kategorisch ausgeblendet wird, ist jedes Nachdenken über das Einwirken von Gottes Wort – das Einwirken des zentralen Impulsgebers in unser Hirn – in unser Bewusstsein – in unser Leben!
Die Empathie, die Gott uns entgegenbringt, schenkt uns Selbstbewusstsein im Jetzt – und sie macht uns auch hellhörig für das, was kommt!
Im neuen Jahr wollen wir ein Leib und eine Seele sein im ``Leib Christi``- also ganz konkret in der Eucharistischen Gemeinschaft des Pfarrlebens. Ich wünsche Ihnen dafür Segen Gottes im neuen Jahr!
Pfr. Donsy Adichiyil
Wort des Monats Dezember 2010
Das rote Paket
Anna freut sich auf die Ferien bei ihrer Grossmutter. Sie weiss so viele tolle Sachen zu machen. Im Dorf sind die Menschen traurig, mürrisch und unglücklich. Die Grossmutter hat eine Idee. Sie zeigt Anna ein rotes Paket. Am Morgen gehen sie mit dem Paket ins Dorf. Dort treffen sie den Förster. Anna streckt ihm das Paket entgegen mit den Worten: „ Es ist für sie. Aber machen sie es nicht auf, sonst geht verloren, was drinnen ist. Glück und Zufriedenheit.“ Der Förster strahlt vor Freude. Verschenken wir noch mehr solcher Pakete, will Anna von der Grossmutter wissen. Nein, eines ist genug. So geht das Paket durch viele Hände. Niemand öffnet es, aber alle erfüllt es mit Zufriedenheit. Am Schluss kommt es zu Anna und der Grossmutter zurück.
Das diesjährige Adventsweekend der Schönstatt - Jugend steht unter dem Thema: Freude schenken. Diese Geschichte war die Idee dazu.
Wer freut sich nicht, wenn er ein Paket erhält. Gerade auch an Weihnachten. Von wem ist es? Was ist drin? Die Spannung steigt, man möchte es sofort öffnen. Was ist, wenn man ein Paket erhält, das man nicht öffnen darf?
Auf was kommt es bei einem Paket an? Auf die Grösse? Auf die Qualität?
Ich denke, es zählt schon viel, dass diejenige Person, die etwas schenkt, an einen denkt. Auch etwas Kleines, das von Herzen kommt, kann Freude bereiten. Ein Lächeln, das man unerwartet erhält, kann sehr viel bewirken. Ein freundliches Wort zu einem Menschen. Sich für jemanden Zeit nehmen, auch wenn man eigentlich keine Zeit hat. Dies alles sind Geschenke, die man in diesem Sinne nicht öffnen kann und doch bekommt man sie. Versuchen wir doch öfters, Dinge zu schenken, die man nicht öffnen kann. Von diesen Geschenken kann man auch mehrere am Tag verteilen.
Claudia Anliker
Leiterin Schönstatt - Jugend
Wort des Monats November 2010
Nun haben wir sie wieder, jene feuchten, kalten und grauen Nebeltage, die niemand mag und die allen ein Begriff sind, wenn wir sagen: „Grau wie im November“! Wir finden, es werde überhaupt nie richtig Tag und die trübe Aussicht drücke auch im übertragenen Sinn auf unsere Stimmung. Und auf den Strassen und Autobahnen, im Flugverkehr und für die Schifffahrt ist es nicht ungefährlich, wenn infolge des Nebels die Sicht nur wenige Meter beträgt und die Orientierung schwierig ist.
Doch auch der Nebel gehört zur Schöpfung! Nebel gehört zu jenem Wasser, dem Gott seinen Platz „oben am Gewölbe“ oder „am Firmament“ zugewiesen hat; darum spendet auch der Nebel Feuchtigkeit. Im Nebel spüren wir in besonderer Weise, wie eingeschränkt unser Blick ist, wie rätselhaft uns die Umwelt erscheint und wie alleine und isoliert wir uns fühlen. Diese Erfahrung kann durchaus auch auf unser Leben übertragen werden. Hin und wieder haben wir aber das Glück, dass wir einer solchen Nebellage entfliehen können, wenn wir z.B. auf einen Berg steigen und dort plötzlich im warmen Sonnenschein stehen. Die Augenblicke, in denen wir langsam aus der Nebeldecke in das zauberhafte Licht treten und jenen grauen Schleier hinter uns lassen, bleiben oft unauslöschlich in unserer Erinnerung zurück.
Ungefähr so können wir uns wohl auch den Uebergang vom irdischen Leben in die Herrlichkeit Gottes und in sein ewiges Licht vorstellen. Der Apostel Paulus braucht in seinem ersten Brief an die Korinther ein ähnliches Bild, wenn er schreibt: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.“ (1 Kor 13,12)
Im Glauben an die Frohe Botschaft Jesu vom Reich Gottes vertrauen wir darauf, dass unsere Verstorbenen alle Nebel des irdischen Lebens hinter sich gelassen haben und in das Licht Gottes eingetreten sind, so wie wir es an Allerseelen, an allen grauen Novembertagen, aber auch an allen (sonnigen) Tagen des Jahres im bekannten Gebet für sie erbitten dürfen:
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe.
Und das ewige Licht leuchte ihnen.
Lass sie ruhen in Frieden. Amen.
Giovanni Gadenz, Diakon und Gemeindeleiter a.i.
Wort des Monats Oktober 2010
Mit dem Monat Oktober verbinden wir je nach Herkunft oder Konfession ganz unterschiedliche Dinge: In Bayern denkt man wohl zuerst an das Oktoberfest, Katholiken denken bestimmt auch an den Rosenkranzmonat mit der besonderen Marienverehrung.
Die Römer nannten ihren achten Monat "mensis october". Mit dem Julianischen Kalender wurde 45 v. Chr. der Monat zwar an die zehnte Stelle verschoben, den Namen Oktober behielt er aber. Karl der Grosse führte im 8. Jahrhundert deutsche Monatsnamen ein und nannte den Oktober "Weinmonat", um auf den Beginn der Weinlese hinzuweisen.
Im Alten Testament waren Brot und Wein als Speise und Trank aus dem Leben der Menschen nicht wegzudenken. Der gefallene Mensch durfte sich an der Frucht des Weinstocks trösten und der Wein sollte sein Herz erfreuen, wie es im Psalm (104,15) steht. Zum Festmahl gehört der Weinbecher unverzichtbar dazu, über ihn wird ein besonderes Dankgebet gesprochen. Beim endzeitlichen Mahl wird Gott für alle Völker "ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen" geben (Jes 25,6). Diese Verheissung Gottes erfüllt sich in Jesus Christus, dem wahren Weinstock (Joh 15,11).
So stand in der Feier der Eucharistie die Kelchkommunion bereits vor der Kommunion in der Gestalt des Brotes im Zentrum. Ursprünglich wurde in der Liturgie roter Wein verwendet, seit langem wird jedoch im Westen weisser Wein bevorzugt, damit die Kelchwäsche leichter gesäubert werden kann. Der Wein für die Eucharistiefeier muss „von der Frucht des Weinstocks“ (vgl. Lk 22,18) stammen und naturrein, d.h. ohne Beimischung von Fremdstoffen sein. Sowohl das Brot wie auch der Wein müssen in einwandfreiem Zustand sein und der Wein darf nicht zu Essig geworden sein (vgl. AEM 284f.), denn schliesslich spricht der Priester als Begleitgebet zur Gabenbereitung folgende Worte über den Kelch:
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott,
Schöpfer der Welt.
Du schenkst uns den Wein,
die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit.
Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht,
damit er uns der Kelch des Heiles werde.
Giovanni Gadenz, Diakon und Gemeindeleiter a.i.
Wort des Monats September 2010
Kennen Sie dieses vorsintflutliche Gerät noch? Wissen Sie, wozu man es gebraucht hat oder immer noch brauchen könnte? Wüssten Sie sogar, wie man dieses Ding bedient? Das Gerät ist ein Episkop. Der Begriff stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet: darauf sehen, darauf schauen. Denn durch eine raffinierte Anlage von Lampe, Spiegel und Objektiv wird eine Vorlage (Foto, Buchseite, Plan, Karte usw.) nach dem Prinzip der Auflichtprojektion auf die Leinwand gebracht. Episkope werden auch als Aufsichts-Projektoren bezeichnet.
Episkopos heisst in der griechischen Sprache aber auch der Bischof, weil sein Amt als Vorsteher der Diözese viel mit Überblick und Aufsicht zu tun hat. Als Vorsteher und Vater seines Bistums muss der Bischof viel beobachten, beaufsichtigen und besuchen; er hat die volle Lehr-, Heiligungs- und Leitungsgewalt inne und ist der erste Spender der Sakramente.
Am 8. September wird unser neuer Diözesanbischof vom Domkapitel gewählt. Wir alle sind aufgerufen, um eine gute Bischofswahl zu beten. Bis der Name des Gewählten bekannt gegeben wird, dauert es allerdings noch eine Weile: zuvor muss er die Wahl annehmen, dafür hat er eine Bedenkfrist von sieben Tagen, und dann muss er vom Papst bestätigt werden. Erst dann erfahren wir seinen Namen und kann die Bischofsweihe und seine Amtseinsetzung geplant werden.
Möge der Heilige Geist dem neuen Bischof eine gute Sicht, einen guten Überblick über seine Diözese schenken, damit er alle seine Rechte und Pflichten zur Ehre Gottes, zur Stärkung der Kirche und zum Wohle aller Gläubigen wahrnehmen kann.
Giovanni Gadenz, Diakon und Gemeindeleiter a.i.
Wort des Monats August 2010
Ferienende und Neubeginn – alles hat seine Zeit
In wenigen Tagen gehen für die meisten Kinder und Erwachsenen die Sommerferien zu Ende. Hoffentlich war es für alle – auch für Sie – eine schöne, spannende und auch entspannende und erholsame Zeit, so dass Sie wieder mit neuen Kräften in Ihren Alltag zurückkehren.
Neubeginn und Alltag: welche Erwartungen verbinden Sie mit der kommenden Zeit, mit dem jetzt beginnenden Lebensabschnitt? Schülerinnen und Schüler sind bestimmt offen und bereit, viel neues Wissen aufzunehmen und Erfahrungen zu sammeln, die sie weiter bringen und später im Leben auch anwenden können. Wer im Berufsleben steht, erhofft sich gewiss Erfüllung, oft auch ein berufliches Weiterkommen und dass sich seine Pläne Schritt für Schritt erfüllen – schliesslich haben wir ja nicht von ungefähr einen bestimmten Beruf gewählt oder sind einer Berufung gefolgt! Dankbar und mit Freude dürfen wir nun diesen so wichtigen Platz wieder einnehmen. So wie wir zu Beginn der Ferien ganz befreit für eine bestimmte Zeit ausbrechen aus unserem Alltag und aus festen Strukturen, so kommen wir jetzt sozusagen wieder „nach Hause“ zurück, entweder in unsere bekannte Umgebung oder sogar in einen ganz neuen Lebensabschnitt. Und wer nicht mehr selber beruflich gebunden ist, wird bestimmt teilnehmen an den Anfängen und Entwicklungen, an den Veränderungen und Fortschritten seiner Kinder und Angehörigen oder Freunde.
Ob wir diesen Wandel mit Freude, Sorge oder Wehmut zur Kenntnis nehmen und ihn selber mit vollziehen, immer ist es gut, wenn wir an die Weisheit des Kohelet im Alten Testament denken: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit.“ (Koh 3,1)
Gott möge alle unsere Schritte, unseren Neuanfang oder Wiedereinstieg begleiten und unseren nächsten Zeitabschnitt segnen.
Giovanni Gadenz, Diakon und Gemeindeleiter a.i.
Wort des Monats Juli 2010
Reden ist Silber…
immerhin! Meistens geht dieser erste Teil des bekannten Sprichwortes unter, wenn es dann im zweiten Teil heisst: …Schweigen ist Gold! Wer beachtet schon das Silber, wenn nicht weit daneben Gold funkelt? Ich will dem Gold und damit auch dem Schweigen den hohen Wert als Tugend in keiner Weise absprechen: es gibt durchaus Situationen, wo es sinnvoller ist, nichts zu sagen.
Daneben hat aber das Reden durchaus eine Berechtigung, wenn wir dies am rechten Ort oder im richtigen Augenblick tun. Ich denke ganz spontan an den Begriff „Theologie“ (d.h. Reden von Gott) und frage mich, ob ich denn auch „von Gott schweigen“ könnte? Wie könnte ich meinen Auftrag erfüllen, wie könnte ich die Frohe Botschaft vom Reich Gottes „schweigend“ weiter tragen?
Wenn wir die Heilige Schrift aufschlagen, spricht Gott selber auch immer wieder: als Schöpfer, mit den ersten Menschen, mit Mose und mit den Propheten, durch die ganze Heilsgeschichte wirkt er immer wieder durch sein Wort bis hin zu Jesus Christus, dem Fleisch gewordenen Wort Gottes. Und Jesus spricht auch: zu seinen Jüngern, zu der Menschenmenge, zu den Pharisäern und Schriftgelehrten, zu Pilatus… immer wieder beginnen die Evangelienabschnitte mit der Einleitung: „In jener Zeit sagte Jesus zu… / sprach Jesus: …“
So lasst auch uns miteinander reden, wenn wir einander etwas zu sagen haben! In der kommenden priesterlosen Zeit sind wir in unserer Pfarrei mehr denn je gefordert, miteinander zu reden, sei es durch das Zusammenstehen, im alltäglichen Gespräch als Christinnen und Christen, aber auch im gemeinsamen Beten und Feiern. Halten Sie unserer Kirche und Ihrer Pfarrei die Treue und zeigen Sie, dass Ihnen das „Reden von Gott“ immerhin Silber wert ist.
Giovanni Gadenz, Diakon und Gemeindeleiter a.i.
Wort des Monats Juni 2010
In diesem Monat heisst es für mich von Ihnen Abschied zu nehmen. Nach bald acht Jahren verlasse ich die Pfarrei St. Peter und Paul in Utzenstorf. Es war für mich eine gute Zeit. Ich freue mich auf den Sommer und hoffe, dass er sonniger und wärmer wird als es der Mai gewesen ist. Drei Dinge möchte ich mir ganz besonders und vermehrt vornehmen: Beten, Lesen und Wandern. Viele von Ihnen dürfen sich auf bevorstehende Sommerferien freuen und wahrscheinlich freuen Sie sich auch auf ganz bestimmte Dinge in dieser Zeit.
Von einem Ehepaar habe ich einen schönen Brief bekommen mit einem sehr schönen Gebet aus Afrika. Dieses Gebet hat mich sehr angesprochen und passt sehr gut zu meiner Sommerzeit nach dem Weggang in Utzenstorf. Ich hoffe, dass auch Sie daran Gefallen finden.
Pfarrer Andreas Gschwind
Verweilen
Lass mich langsamer gehen, Herr.
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens
durch das Stillwerden meiner Seele.
Lass meine hastigen Schritte stetiger werden
mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewigkeit.
Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages
die Ruhe der ewigen Berge.
Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln
durch die sanfte Musik der singenden Wasser,
die in meiner Erinnerung lebendig sind.
Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert.
Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.
Lass mich langsamer gehen, um eine Blume zu sehen,
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln,
einen Hund zu streicheln, ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.
Lass mich langsamer gehen, Herr, und gib mir den Wunsch,
meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken,
damit ich emporwachse zu meiner wahren Bestimmung.
Amen.
Wort des Monats Mai 2010
In der katholischen Kirche gilt der Monat Mai in ganz besonderer Weise als "Marienmonat", mit einer je nach Gegend mehr oder weniger ausgeprägten Marienverehrung und mit speziellen Marienandachten. Seit dem Mittelalter sind solche Maiandachten bekannt, die ursprünglich die Aufgabe hatten, römischen und germanischen Maifeiern eine christliche Prägung zu geben. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert erfuhr die Marienverehrung eine Steigerung, indem man während des ganzen Monats Mai der Gottesmutter tägliche oder häufige Gebete „weihte“.
Papst Paul VI. hat in seiner Enzyklika „Mense maio“ vom 1. Mai 1965 die besondere Verehrung Mariens in diesem Monat gewürdigt als „…eine teure Gewohnheit Unserer Vorgänger, diesen Marienmonat zu wählen, um das christliche Volk zu öffentlichem Gebet einzuladen, sooft die Nöte der Kirche oder eine drohende Weltgefahr dies verlangten.“
Die Welt ist heute nicht weniger in Gefahr als in früheren Zeiten und niemand würde wohl abstreiten, dass auch die Kirche gegenwärtig eine grosse Not erlebt – Grund genug, uns wieder auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria zu besinnen und sie als unsere Fürbitterin bei Gott anzurufen, vielleicht gerade einmal mit dem wunderbaren Hymnus "Ave maris stella":
1 Ave, maris stella, 2 Sumens illud Ave 3 Solve vincla reis, 4 Monstra te esse Matrem, 5 Virgo singularis, 6 Vitam praesta puram 7 Sit laus Deo Patri, Amen | Meerstern, sei gegrüsset,
Du nahmst an das AVE
Lös der Schuldner Ketten,
Zeige dich als Mutter,
Jungfrau ohnegleichen,
Gib ein lautres Leben,
Lob sei Gott dem Vater, Amen |
|---|
Text: 8. Jh. / Melodie: 11./12. Jh.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats April 2010
Die Heilige Woche ist eine besonders intensive Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Ich habe sie gern, die Karwoche, mit ihren eigenen Liturgien von Palmsonntag an bis hin zum Ostersonntag. Ein wesentliches Zeichen, das manche vielleicht überhören, übersehen oder ganz einfach nicht beachten, sind für mich die Osterglocken, und zwar jene die man hört (oder eben nicht hört) wie auch jene, die man sieht.
Osterglocken – damit meine ich zuerst einmal die Kirchenglocken und die Altarglocken, die am Hohen Donnerstag in der Messe vom letzten Abendmahl zum Gloria kräftig läuten, bevor sie dann bis zum Gloria in der Feier der Osternacht verstummen. Nicht dass es mich freuen würde, wenn es still bleibt, wenn die Glocken nicht klingen, ganz im Gegenteil: wie wehmütig vermisse ich ihren Klang! Aber wenn sie in der Osternacht dann wieder ertönen und uns die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus von den Toten verkünden, dann schwingen auch mein Herz, meine Seele und mein Geist freudig mit.
Auch die andern Osterglocken, die ich meine, möchten Herz und Gemüt erfreuen. Narcissus pseudonarcissus ist ihr wissenschaftlicher Name, und sie sind nicht in den Kirchtürmen, sondern in den Gärten und auf Wiesen zu finden. Ob uns ihr leuchtendes Gelb an Ostern erfreut, dafür haben wir durchaus nicht immer Gewähr, es kann auch sein, dass der Ostertermin nicht mit der Blütezeit der Osterglocke übereinstimmt. Aber eine Botin des Osterfestes und auch des Frühlings ist diese wunderschöne Blume allemal. Danken wir dem Schöpfer, dass er sie uns geschenkt hat und sie zu unserer Freude blühen lässt.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats März 2010
Papst Benedikt XVI bringt es auf den Punkt, was mit Umkehr in der Fastenzeit gemeint ist:
"Umkehr besteht darin, frei und mit Liebe zu akzeptieren, dass wir in allem von Gott, unserem wahren Schöpfer, abhängig sind, dass wir von der Liebe abhängig sind. Das ist nicht Abhängigkeit, sondern Freiheit. Umkehren bedeutet also, nicht dem eigenen, persönlichen Erfolg nachzujagen - der etwas ist, was vorübergeht -, sondern sich unter Aufgeben jeder menschlichen Sicherheit mit Einfachheit und Vertrauen in die Nachfolge des Herrn einzulassen, damit für jeden, wie die sel. Teresa von Kalkutta immer wieder gern sagte, Jesus "mein Alles in allem" werde. Wer sich von ihm einnehmen lässt, fürchtet nicht, sein Leben zu verlieren, weil er uns am Kreuz geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat."
Wort des Monats Februar 2010
Am 2. Februar feiert die Kirche das Fest Darstellung des Herrn, das weit über diesen Tag und Monat und auch über das menschliche Leben hinaus leuchten will.
Die Wurzeln dieses Festes liegen in der alttestamentlichen Vorschrift, wonach sich die Frauen vierzig Tage nach einer Geburt einer kultischen Reinigung unterziehen mussten. Dabei wurde die männliche Erstgeburt, die Gott geweiht war, im Tempel „dargestellt“. Der Evangelist Lukas schildert mit bewegenden Worten (Lk 2,22-40), wie Maria und Josef mit Jesus in den Tempel kommen und dort dem Greisen Simeon und der Prophetin Hanna begegnen. Die prophetischen Worte, die Simeon beim Anblick Jesu spricht, beziehen sich unmittelbar auf die Zukunft Jesu als das neue Licht der Völker. In sinnvoller Weise hat die Kirche aber die Aussage Simeons in die Komplet, in das Nachtgebet der Tagzeitenliturgie aufgenommen. Durch das tägliche Beten dieser Worte vor dem Einschlafen sollen sich die Betenden auf das Sterben vorbereiten.
Nun lässt du, Herr,
deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
(Lk 2,29-32)
Die Pilgerin Egeria, die von 381 bis 384 das Heilige Land bereiste, erwähnt in ihrem Reisebericht dieses Fest, "das mit gleicher Freude wie Ostern begangen" wurde, und zwar mit einer Eucharistiefeier und einer feierlichen Prozession. Seit dem 5. Jahrhundert feierte man es in Jerusalem und seit dem 7. Jahrhundert in Rom mit einer Lichterprozession. Später kam die Kerzenweihe hinzu. Während es in der Ostkirche als „Fest der Begegnung“ gefeiert wurde, verstand man es in der Westkirche eher als Marienfest, daher auch die Bezeichnung „Mariä Lichtmess“. Seit der Liturgiereform von 1960 wird das Fest „Darstellung des Herrn“ als Fest des Herrn und als weihnachtliches Fest ausserhalb der Weihnachtszeit gefeiert.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Januar 2010
Eine rührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt:
Kurz vor Weihnachten nahm der schwerreiche Vater seinen Sohn mit, für eine Reise aufs Land, um ihm zu zeigen, wie die armen Menschen leben. Sie verbrachten einige Tage auf dem Bauernhof einer “sehr armen Familie”.
Auf der Heimreise fragte der Vater seinen Sohn: “So, wie hat Dir diese Reise gefallen?”
“Es war super!” antwortete der Sohn.
“Hast Du nun gesehen, wie arme Menschen leben?”, fragte der Vater.
“Oh ja”, erwiderte der Sohn.
“Und nun sag mir, was Du aus dieser Reise gelernt hast,” wollte der Vater wissen.
Der Sohn antwortete: “Ich habe gesehen, dass wir bloss einen Hund haben – die Bauernfamilie hat deren vier!
Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht – sie haben einen Fluss, der kein Ende hat.
Unsere Terrasse reicht bis zum Vorplatz – sie jedoch haben den ganzen Horizont.
Wir haben Bedienstete, die uns dienen – sie dürfen sich gegenseitig helfen und dienen.
Wir kaufen unser Essen im Supermarkt – sie aber bauen ihr Essen selber an.
Wir haben Mauern um unser Grundstück, um uns zu schützen – sie haben Freunde, die sie beschützen.
Der Vater des Kindes war sprachlos. Dann fügte sein Sohn noch an: “Danke Vater, dass Du mir gezeigt hast, wie arm wir sind!”
Ist nicht die Perspektive der Dinge eine wirklich schöne Sache?
Diese Geschichte lässt und wundern, was passieren würde, wenn wir DANKE sagen würden für alles, was wir haben, anstatt uns Sorgen zu machen um all die Dinge, die wir nicht haben.
Wort des Monats Dezember 2009
Advent
Das Volk Israel wartete sehnsüchtig auf das Kommen des Erlösers. Die Jungfrau Maria gehörte zu jenen Menschen, die sich in die Worte der Propheten versenkte und das Kommen des Herrn mit ihrem ganzen Sein erwartete. Sie konnte nicht ahnen, wie dieses Kommen von statten gehen sollte. Um so überraschender war für sie der Moment, als der Erzengel Gabriel in ihr Haus eintrat und ihr sagte, dass der Herr, der Erlöser, in ihr und von ihr Fleisch annehmen und sein Kommen durch sie verwirklichen wollte. Wir können uns die Befangenheit der Jungefrau gut vorstellen. Mit einem grossen Akt des Glaubens und des Gehorsams sagt Maria "Ja": "Ich bin die Magd des Herrn". So wurde sie zur "Wohnstatt" des Herrn, zum wahren "Tempel" in der Welt und zur "Tür", durch die der Herr in die Welt eingetreten ist.
Diese seine Ankunft (Advent) geschah damals vor gut 2000 Jahren. Es gibt nicht nur das endgültige Wiederkommen am Ende der Zeiten. In einem gewissen Sinne möchte der Herr durch uns Menschen ständig auf die Erde kommen, und er klopft an die Tür unseres Herzens: Bist du bereit, mir dein Fleisch, deine Zeit, dein Leben zu geben? Das ist die Stimme des Herrn, der auch in unsere Zeit eintreten möchte, er möchte durch uns ins Leben der Menschen eintreten. Er sucht auch eine lebendige Wohnung, nämlich unser persönliches Leben. Das ist das Kommen des Herrn, und das wollen wir in der Adventszeit aufs neue lernen: Der Herr möge auch durch uns kommen.
(Papst Benedikt XVI, zu Beginn des Advents 2005)
Wort des Monats November 2009
An Allerseelen ging ich auf den Friedhof. Es war ein stürmischer Tag. Dunkle, schwere Wolken hingen tief über dem Dorf und die Schneefallgrenze war auch nicht mehr fern. Ich war alleine unterwegs – kein Wunder bei diesem Wetter! Vom nahen Wald trieb der Wind eine Menge Blätter vor sich hin.
Ich liess gerne diese Stimmung auf mich wirken und fand, alles passe irgendwie zusammen: der Herbst und dieses Wetter, der Friedhof hier mit den letzten Blumen und dort die fallenden Blätter im Wald, das Leben und das Sterben. Und plötzlich erinnerte ich mich an die letzte Strophe des Gedichts „Der Herbstgang“ von Johann Heinrich Voss:
Natur, wie schön in jedem Kleide!
Auch noch im Sterbekleid wie schön!
Sie mischt in Wehmut sanfte Freude
Und lächelt tränend noch im Gehen.
Du, welkes Laub, das niederschauert,
Du Blümchen, lispelst: Nicht getrauert!
Wir werden schöner auferstehn!
Tatsächlich: im Sterben der Natur können auch wir unser Sterben üben! Nicht in Schmerz und Trauer über unsere Vergänglichkeit und über unseren Tod, sondern in der festen Zuversicht unseres Glaubens, dass uns durch den Ostersieg Jesu Christi das ewige Leben in der Herrlichkeit Gottes verheissen ist.
Giovanni Gadenz, Diakon
Wort des Monats Oktober 2009
Der Monat Oktober wird in unserer Kirche als Monat der Weltmission und als Monat des Rosenkranzes begangen. Lassen wir die grosse Missionarin der Nächstenliebe, die sel. Mutter Teresa sprechen:
"Gott hat uns für grössere Dinge geschaffen - zu lieben und geliebt zu werden. Jesus kam, um uns die Frohe Botschaft zu bringen, dass Gott uns liebt und dass er will, dass wir einander lieben, wie er jeden von uns liebt. Wann beginnt diese Liebe? In unserer eigenen Familie. Und wie beginnt sie? Indem wir beten. Eine Familie, die zusammen betet, steht zueinander. Und wenn wir zueinander stehen, werden wir einander lieben, wie Gott uns liebt. Lehren Sie ihre Kinder zu beten und beten Sie mit ihnen! Machen Sie den Rosenkranz zu Ihrem Familiengebet! Und wo Maria ist, dort Jesus."
Wort des Monats September 2009
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süsse in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat,
baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,
wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke
Wort des Monats August 2009
Kräutersegnung: Im August feiern wir das Fest "Maria Aufnahme in den Himmel" und dabei werden nach altem Brauch Kräuter gesegnet, die in den Wohnungen aufbewahrt werden. Wenn jemand krank wird, werden sie in den Tee gegeben oder es war auch Brauch, sie in das Futter der Tiere zu mischen.
Die Kräuter stehen für das Heilende der mütterlichen Liebe Mariens. Sie drücken den Glauben aus, dass auch die sinnenhafte Schönheit der Schöpfung, zu der unser Leib gehört, kostbar ist und in der himmlischen Herrlichkeit verklärt wird. Durch die Menschwerdung Gottes in Maria ist die ganze Schöpfung geheilt worden und so kann sie uns wieder zum Heile werden, wenn wir ihre Kräfte in der rechten Weise nutzen. Während durch Eva der Mensch vom Baum des Lebens ausgeschlossen wurde, hat ihm Maria den Weg zu den Kräutern des Lebens wieder erschlossen.
Hinter dem Brauch des Kräuter- und Blumensegens an Mariä Aufnahme in den Himmel steht eine Legende: Als man kurze Zeit nach dem Heimgang Mariens ihr Grab geöffnet habe, habe man dort keinen Leichnam gefunden sondern bunte und duftende Blumen. Eine andere Tradition schildert, es habe beim Heimgang Marias nach Lilien geduftet.
Ich wünsche Ihnen noch viele sonnige Sommertage und einen guten Start in den Schul- oder Berufsalltag.
Ihr Pfarrer
Andreas Gschwind
Wort des Monats Juli 2009
"Schöne Ferien!"... Gilt dieser Wunsch in der nächsten Zeit auch Ihnen? Dürfen auch Sie für eine bestimmte Zeit Arbeit oder Schule mit allen Verpflichtungen und Terminen ruhen lassen und sich auf einen Tapetenwechsel freuen? Tun und lassen, was uns selber gefällt, den Tagesablauf selber diktieren ohne jemandem Rechenschaft schuldig zu sein – das gibt uns doch ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit!
Sind wir aber tatsächlich so frei und unabhängig wie wir es uns wünschen oder meinen? Haben wir nicht schon längst geplant, was in unseren Ferien alles „erledigt“ werden muss, wie z.B. die aufgeschobene Gartenarbeit, den Besuch bei Onkel Hans, die Renovation der Küche oder die Fahrt ans Meer mit all den Wartezeiten im Stau?
Bei der Frage: "Wofür will ich meine grössere Freiheit in der Ferienzeit einsetzen?" ist mir einmal mehr bewusst geworden, wie kostbar die Zeit ist – auch in den Ferien. In der Bibel existiert das Wort "Ferien" nicht, "Urlaub" kommt ein einziges Mal vor, im Zusammenhang mit dem Kriegsdienst. Umso mehr ist immer wieder von "Ruhe" die Rede: Ruhe als erstrebenswerten Zustand, um vom Alltag und von der Geschäftigkeit, von Krieg und von allen Lebensstürmen etwas Distanz zu gewinnen, eine Ruhe, die mich zum Wesentlichen in meinem Leben führt.
Es könnte ja sein, dass ich Zeit finde für eine Begegnung, die mich bereichert oder meinem Leben neue Impulse gibt, dass ich in der Ruhe das Beten oder das Schweigen wieder entdecke, dass ich beginne, zu hören, zuzuhören, innezuhalten, zu betrachten und zu meditieren, dass ich offen werde für Gott und mich erfreue an seiner Schöpfung oder dass ich beginne, in der Heiligen Schrift dem Wort Gottes nachzuspüren…
Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es Ihnen in den Ferien gelingt, aus dem Alltag auszubrechen und dass Sie viel Zeit und Ruhe finden für Ihre Mitmenschen, für Ihre eigenen Bedürfnisse, aber auch für Gott. – Schöne Ferien!
Giovanni Gadenz, Diakon

Wort des Monats Juni 2009
Jeden ersten Freitag feiern wir eine heilige Messe mit anschliessender Anbetung zu Ehren des Herzens Jesu. Man nennt dies die Herz-Jesu-Freitage. Im Juni feiern wir das Fest des Herzens Jesu am 19. Juni 2009. Was bedeutet das, Herz-Jesu-Verehrung? Viele Menschen heute können damit sicher nicht viel anfangen.
Lassen Sie mich es kurz erklären: Es geht sicher nicht darum, dass wir das Herz als Organ verehren. Das Herz bezeichnet die Mitte des menschlichen Wesens, wo die Liebe wohnt. Wenn wir das "Herz Jesu" verehren, dann verehren wir seine übergrosse Liebe zu uns. In der Eucharistie schenkt uns Jesus im besonderen Masse seine Liebe und in der Anbetung "ruhen wir am Herzen Jesu", wie damals der Apostel Johannes beim letzten Abendmahl. Wir gestalten jeweils die Anbetung mit schönen Liedern und Kerzenlicht. Kommen Sie doch auch und finden Sie so zur wohltuenden Ruhe am Ende einer vielleicht hektischen Arbeitswoche!
Am Freitag, 19. Juni 2009 feiern wir das Herz-Jesu-Fest. Gleichzeitig eröffnet Papst Benedikt XVI in einer feierlichen Vesper das "Jahr des Priesters".
Deshalb wollen wir für die Heiligung der Priester beten und auch, dass wir nach meinem Weggang bald wieder einen Priester für unsere Pfarrei und unseren Pastoralraum erhalten.
Pfarrer Andreas Gschwind
Wort des Monats Mai 2009
Der Mai ist für viele Menschen der schönste Monat des Jahres: Die Natur bricht regelrecht auf. Alles grünt und blüht, die Tage werden deutlich länger und die Temperaturen wärmer.
In dieser Zeit feiern wir in der Kirche auch einen Aufbruch, das Pfingstfest. Fünfzig Tage nach Ostern, der Auferstehung des Herrn, kam ein Brausen wie Wind und Feuer über die Jüngerinnen und Jünger Jesu und sie wurden erfüllt vom Heiligen Geist, den Jesus ihnen zuvor versprochen hat. Dieser Geist ist die Liebe und Kraft Gottes, die sie völlig verwandelte und aufbrechen liess. Was war geschehen? Die Jünger waren nach der Kreuzigung Jesu verängstigt und hatten sich zurückgezogen. Verständlich, denn man hätte auch nach ihrem Leben trachten können. Nach der Auferstehung fanden sie wieder Zutrauen zu ihrem Herrn und Meister. Nachdem Jesus dann endgültig zum Vater heimgekehrt und in den Himmel aufgenommen wurde, versammelten sie sich zusammen mit Maria zum Gebet, bis der Heilige Geist, der versprochene Beistand, auf sie herabkam. Dann geschah das Gewaltige: Aus ängstlichen Menschen wurden mutige Zeugen, die sich in ihren verschiedenen Sprachen verstehen konnten. Das war die Geburtsstunde der Kirche.
Wir sind in dieser Frühlingszeit besonders eingeladen, für ein neues Pfingsten zu beten. Der Geist Gottes weht wo er will und er kommt auch heute zu uns Menschen wie damals, wenn wir uns im Gebet versammeln und ihn mit offenen Herzen ersehnen. Er ist es, der eine neue Gemeinschaft und ein neues Miteinander schaffen kann. Beten wir im Mai zusammen mit der Muttergottes besonders darum, dass dieser Geist wieder lebendig wird und dass dieser pfingstliche Aufbruch auch heute wieder erlebbar wird. Ich freue mich jetzt schon aufs diesjährige Pfingstfest mit dem grossartigen Philippinenchor!
Ihr Pfarrer Andreas Gschwind
Wort des Monats April 2009
"Ostern ist das grösste Fest unserer Gemeinschaft, ein Fest der Freude - der Freude des Herrn. Nichts darf uns so verwirren, und so mit Sorgen und Mutlosigkeit erfüllen, dass es uns die Freude der Auferstehung nimmt." Sel. Mutter Teresa
Ende März durfte ich am Weltjugendtag in Grenchen teilnehmen, an welchem rund 600 Jugendliche teilgenommen haben. Diese Tage haben mir persönlich enorm gut getan. Das ganze Treffen war geprägt von Fröhlichkeit und von einer tiefen Freude!
Im Jahre 140 schrieb in Rom ein frisch getaufter Sklave namens Hermas, der nach seiner Bekehrung offensichtlich mit grosser Begeisterung Christ war, den Satz: "Der Geist Gottes… verträgt keine Traurigkeit oder Verdrossenheit. Ergib dich also der Fröhlichkeit, die allezeit Gnade findet bei Gott und ihm wohlgefällig ist, und lass es dir in der Heiterkeit gut gehen."
Die Jugendlichen in Grenchen haben mir gezeigt, dass es sie gibt die frohen Christen. Die Mahnung von der sel. Mutter Teresa und des Sklaven Hermas brauchen wir heute mehr denn je. Jeder, der heute ein wenig die kirchliche Situation beobachtet, wird wohl bestätigen müssen, dass sich im kirchlichen Raum die Heiterkeit immer mehr verflüchtigt. Im gleichen Mass, in dem die Freude verloren geht, greifen Frustration, Aggression und Zynismus um sich. Und das schadet der Kirche enorm!
Es muss eine unserer Hauptaufgaben sein, sorgfältig darauf zu achten, dass die Freude nicht verloren geht. Wir haben ja nicht irgendein Produkt anzubieten, sondern unser Geschenk an die Welt von heute ist die Fülle der Freude selbst. Der Herr will, dass seine Freude in uns sei und dass unsere Freude vollkommen werde (Joh 15,11). Hat er nicht auch zugesagt, dass er eine Freude schenken werde, die niemand von uns nehmen wird?! (Joh 16,22)
Die Osterzeit will uns in besonderem Masse daran erinnern, dass wir zur Freude berufen sind.
Mögen unsere Sorgen noch so gross sein, Jesus möchte nicht, dass wir darin stecken bleiben und den Mut verlieren. Er ist für uns gestorben und auferstanden. Er lebt - er ist mitten unter uns. Durch seine Auferstehung hat er uns die Tür zur Freude geöffnet. Er möchte, dass wir eintreten in Sein Leben und Er will uns mitnehmen in Seine Auferstehung und zwar schon hier und jetzt.
Ich wünsche Ihnen eine frohe Osterzeit
Pfr. Andreas Gschwind
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